Viele Tennisspieler kennen das Gefühl: Im Training gelingen die Schläge mühelos, doch im Match fehlt plötzlich die Lockerheit. Die Bewegungen werden hektischer, die Fehler häufen sich und der Druck steigt von Punkt zu Punkt.
Dabei liegt die Ursache oft nicht in der Technik, sondern in der mentalen Einstellung. Je mehr wir uns anstrengen, Fehler vermeiden oder unbedingt gewinnen wollen, desto größer wird die Anspannung. Das Ergebnis: Wir spielen verkrampft und können unser eigentliches Leistungsniveau nicht abrufen.
Doch was wäre, wenn weniger Druck zu besseren Ergebnissen führen würde? Genau darum geht es in diesem Beitrag. Erfahren Sie, wie mehr Lockerheit, ein klarer Fokus und die richtige Aufmerksamkeit dabei helfen können, entspannter Tennis zu spielen und bessere Leistungen im Match abzurufen.
Weniger ist mehr!
Als pflichtbewusste Zeitgenossen halten wir uns natürlich an Zitate wie: „Ohne Schweiß keinen Preis!“ Schon seit dem Kindesalter haben wir gelernt, das Wichtigste was zählt ist der Wille und voller Einsatz, wenn man es zu „etwas“ bringen will. Die meisten von uns kennen die Aussage: „Wenn du es nicht kannst, dann gib dir wenigstens Mühe!“
Was ursprünglich von unseren Eltern und Erziehern gut gemeint war, verursachte bei vielen einen inneren Druck und die Befürchtung vor dem Versagen. Wie zum Beispiel die Angst vor dem Durchziehen der Vorhand in einem Match. Nun wissen wir natürlich, dass wir als Interclubspieler nicht vom Tennis leben müssen, es ist ja nicht so wichtig – und trotzdem finden wir uns während eines Tennismatches immer wieder in diesem hemmenden Zustand der Befürchtung wieder.
Wenn ich mich nun gegen diese Befürchtung vor dem Versagen oder Fehlern beginne zu wehren oder mir einrede, es sei ja gar nicht so wichtig, wird es meistens trotzdem nicht besser. Unsere negative Beziehung zum Fehler ist eben sehr tief in uns verankert und hat sich im Laufe der Zeit zu einem unbewussten Verhaltensmuster entwickelt.
Ein enorm hilfreicher Weg, um solche Verhaltensmuster auszuschalten, ist es, sie durch etwas Neues zu ersetzen. In unseren Interclub-Vorbereitungskursen machten wir das mit einer einfachen Beobachtung: Beim Ballkontakt des Gegners sagen wir innerlich „JETZT“ und bei der eigenen Schlagbewegung atmen wir bewusst aus.
Unzählige Male hörten wir von verwunderten Teilnehmern: „Das funktioniert ja!“
Ja, das tut es. Denn unsere Aufmerksamkeit ist nun beim Ballwechsel, die Befürchtung vor dem Versagen hat keinen Platz mehr. Zu trainieren, während des Matches immer wieder zu dieser Beobachtung zurückzukehren, hat einen enormen Einfluss auf unser Spiel.
Viele Teilnehmer berichteten über ähnliche Erfahrungen:
- Weniger Verkrampfung, mehr Lockerheit
- Weniger Kraft, mehr Schwung
- Mehr Ruhe, weniger Hektik
- Weniger Befürchtung, mehr Zuversicht
- Weniger Arbeit, mehr Spiel
Warum Angst vor Fehlern das Tennisspiel verschlechtert
Viele Tennisspieler kennen das Gefühl: Im Training gelingen die Schläge mühelos, im Match hingegen werden die Bewegungen plötzlich unsicher. Häufig liegt die Ursache nicht in der Technik, sondern in der Angst vor Fehlern. Wer sich ständig Sorgen macht, einen Ball zu verschlagen oder einen Punkt zu verlieren, erzeugt unnötigen Druck und Anspannung.
Schon seit unserer Kindheit werden wir oft mit Aussagen wie „Ohne Fleiß kein Preis“ oder „Gib dir mehr Mühe“ geprägt. Diese gut gemeinten Botschaften können dazu führen, dass wir Fehler als etwas Negatives betrachten und sie um jeden Preis vermeiden möchten. Gerade im Tennis führt diese Haltung jedoch häufig zu Verkrampfung, Unsicherheit und mangelndem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Anstatt gegen die Angst vor Fehlern anzukämpfen, ist es oft hilfreicher, die Aufmerksamkeit auf eine konkrete Aufgabe im Ballwechsel zu lenken. So verliert die Befürchtung vor dem Versagen an Bedeutung und das Spiel wird wieder freier und natürlicher.
Wie Konzentration statt Druck zu besseren Ergebnissen führt
Viele Spieler versuchen im Match besonders konzentriert zu sein, indem sie sich ständig korrigieren oder ihre Technik kontrollieren. Dadurch entsteht jedoch oft das Gegenteil von dem, was sie erreichen möchten: Der Kopf wird voller, die Bewegungen werden langsamer und die Lockerheit geht verloren.
Erfolgreiche Tennisspieler richten ihre Aufmerksamkeit stattdessen auf einfache Beobachtungen und klare Aufgaben. Sie konzentrieren sich auf den Ball, den Rhythmus des Ballwechsels oder ihre taktische Absicht. Dadurch entsteht ein Zustand, in dem die Technik automatisch abgerufen werden kann.
Weniger Druck bedeutet nicht weniger Einsatz. Im Gegenteil: Wer sich auf die richtige Aufgabe konzentriert, spielt häufig mit mehr Ruhe, mehr Vertrauen und größerer Entschlossenheit. Daraus entstehen oft bessere Entscheidungen und eine höhere Konstanz im Match.
Praktische Übungen für mehr Lockerheit im Match
Eine einfache Übung aus dem Mental Match Play Konzept hilft vielen Spielern dabei, ihre Aufmerksamkeit auf den Ballwechsel statt auf mögliche Fehler zu richten.
Beim Ballkontakt des Gegners sagen Sie innerlich „JETZT“. Während Ihrer eigenen Schlagbewegung atmen Sie bewusst und hörbar aus. Diese einfache Kombination lenkt die Aufmerksamkeit auf den aktuellen Moment und reduziert störende Gedanken.
Weitere hilfreiche Tipps für mehr Lockerheit im Tennis:
- Konzentrieren Sie sich auf den nächsten Ball statt auf den Spielstand.
- Akzeptieren Sie Fehler als normalen Teil des Spiels.
- Erinnern Sie sich bewusst an gelungene Schläge und Ballwechsel.
- Vertrauen Sie Ihrer Technik, anstatt sie während des Matches ständig zu kontrollieren.
- Nutzen Sie feste Routinen zwischen den Punkten, um Ruhe und Fokus zurückzugewinnen.
Je häufiger diese Übungen trainiert werden, desto leichter fällt es, auch in wichtigen Matches ruhig, konzentriert und selbstbewusst zu bleiben.
Häufige Fragen zur Lockerheit im Tennis
Warum spiele ich im Match verkrampft?
Viele Spieler konzentrieren sich zu stark auf Fehler oder das Ergebnis. Dadurch steigt die Anspannung und die Bewegungen werden unsicherer.
Wie kann ich lockerer Tennis spielen?
Hilfreich sind Atemtechniken, Fokusübungen und die Konzentration auf den Ballwechsel statt auf das Ergebnis.
Warum habe ich Angst vor Fehlern im Tennis?
Die Angst vor Fehlern entsteht häufig durch hohe Erwartungen und Leistungsdruck.
Wie hilft Mental Match Play gegen Nervosität?
Mental Match Play lenkt die Aufmerksamkeit auf konkrete Aufgaben und hilft dabei, störende Gedanken zu reduzieren.
Wünscht dir Kurt Wiederkehr und das ETA Team.